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Latscher Gesundheitstage

Vor Kurzem fand im Rahmen der Latscher Gesundheitstage, die bereits in der gleichnamigen Vinschger Gemeinde Tradition haben, auf Einladung der SVP Frauen und der Ortsbäuerinnen ein Impulsreferat mit  Hintergrundinformationen rund um die Demenz, statt.  Referenten waren dabei Ulrich Seitz, Präsident derAlzheimervereinigung Südtirol und Vorstandsmitglied  Helga Koler sowie Robert Peer, der neue Ansprechpartner der Vinschgauer Selbsthilfegrupppe im Verein.

„Mit der Demenz eines Partners, Verwandten oder Freundes ändert sich die Lebenssituation vieler Menschen. Es braucht Rat, Wegweiser durch vorhandene Angebote und Aufgenommen werden von anderen“, betonte Präsident Ulrich

Seitz. Sonja Platzer, die Organisatorin des Abends fügte auch hinzu: „je früher die Situation erkannt wird und Informationen eingeholt werden, desto besser geht es den Betroffenen und den Angehörigen.“ Das zahlreich anwesende Publikum erhielt  bei der angesprochenen Veranstaltung Informationen zu den Alarmsignalen der neurodegenerativen Krankheitsbilder und zu den aktuellen Betreuungsmöglichkeiten. Es wurde betont, dass die Demenz – inzwischen spricht man oftmals von „Hirnleistungsstörung“ oder „kognitiver Beeinträchtigung“- in verschiedenen Formen auftreten kann. Die häufigsten sind Alzheimer (50-80%, dabei werden Neuronen im Gehirn durch Ablagerungen unfähig, miteinander zu kommunizieren) und vaskuläre oder Multi-Infarkt-Demenz (20 %, dabei verursachen Durchblutungsstörungen durch kleine Schlaganfälle undurchlässige, also blockierte Zonen im Gehirn). Zudem können auch Mischformen auftreten (15 %). Beide Formen beginnen schleichend. Alarmsignale sind: abnehmende Merkfähigkeit, zunehmende Vergesslichkeit; Schwierigkeiten bei alltäglichen, auch gewohnten, Verrichtungen; ständige Wiederholungen; Probleme beim Umgang mit Geld; räumliche und zeitliche Desorientierung; Verlegen von Gegenständen und Verdächtigungen anderer; Rückzug und Vernachlässigung der eigenen Person. In späteren Phasen treten oft Depressionen, Stimmungsschwankungen, Sprachstörungen, Aggressivität, Inkontinenz, völliges Unvermögen von Denken und Planen auf (die Abfolge ist variabel), und die Krankheit entwickelt sich bis zur totalen Hilflosigkeit der Betroffenen weiter. Was das für die Kranken selbst bedeutet, kann man nur abschätzen. Ulrich Seitz informierte des Weiteren über den neu angelaufenen Psychologischen Beratungsdienst für Angehörige, um ihnen den schwierigen Weg der Pflege chronisch Kranker zu erleichtern bzw. um angemessene Verhaltensstrategien für den Umgang und die Verbesserung der Kommunikation im Sinne der Validationstherapie zu vermitteln. Zum Abschluss des Abends wurde noch ein ganz spezieller „Parcours“ vorgestellt. Es ist „Hands-on Dementia“, welcher in interaktiver Art und Weise die Symptome einer Demenz simuliert. Der innovative Simulator führt in einer beeindruckenden Art und Weise durch einen ganz gewöhnlichen Tag in insgesamt 13 alltäglichen Situationen. Vom Anziehen bis zum Abendessen können Personen, die nicht an Demenz erkrankt sind, erleben, wie sich die Symptome der chronischen Vergesslichkeit mit zusätzlichen Problemen anfühlen. Dabei konnten auch die Teilnehmenden in Latsch ihre eigenen Grenzen erfahren, Unbehagen empfinden und das eigene Unvermögen wahrnehmen. Dieses neue Sensibilisierungsangebot der Alzheimervereinigung Südtirol hilft, das Verhalten und die Gefühle des Anderen, besser zu verstehen, so Ulrich Seitz. 

Mehr Informationen für Betroffene und Interessierte, auch was Vorträge, Gesprächsrunden, Infomaterialien, Kurse, persönliche Beratung und Therapien angeht, gibt es über 0471/051 951 (MO-MI-FR, 17-19 Uhr), täglich an der Grünen Nummer 800 660 561 oder auch über die Homepage www.alzheimer.bz.it, E-Mail info@asaa.it.

Im Bild: Veranstaltungsgast Richard Theiner (ehemaliger Landesrat für Gesundheit und Soziales aus Latasch), die Organisatorin der Latscher Gesundheitstage, Vizebürgermeisterin Sonja Platzer sowie der  Referent der  Alzheimervereinigung, Präsident Ulrich Seitz

1. April 2019
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